Fluglärmbetroffene fordern
mehr Nachtruhe und LärmminderungskonzeptePressemitteilung der
BVF zum "Tag gegen Lärm" am 25.04.2012
Fluglärm ist
vielerorts außer Kontrolle geraten
Forderung nach mehr Nachtruhe und Lärmminderungskonzepten
Jeder dritte Bürger fühlt sich in Deutschland inzwischen von
Fluglärm belästigt - die Zahlen sind stei- gend. Der Grund liegt im zunehmenden
Luftverkehr und den Ausbauten der großen Flughäfen wie Frankfurt und BBI, aber
auch in der wachsenden Zahl regionaler Flughäfen, deren Betrieb nur mit
massiver Subventionierung möglich ist. Die vor wenigen Monaten in Betrieb gegangene vierte Bahn des
Frankfurter Flughafens bewirkt mit ihren neuen Flugrouten massive
Beeinträchtigungen bis in 70 km Entfernung vom Flughafen. Bereits am Tag ist
die Umweltkapazität der Region überschritten. Sechs Stunden Nachtruhe können
dies bei weitem nicht aufwiegen.
Wie in Frankfurt gehen auch in Berlin Zehntausende gegen den
neuen Großflughafen BER auf die Straße. Sie fühlen sich gleich doppelt
betrogen: zunächst durch eine falsche Standortwahl aber auch durch jahrelang
verschwiegene Flugrouten, die jetzt völlig neue Betroffenheiten schaffen. Kurz
vor der Eröffnung von BER sind durch Unvermögen und Planungspannen nur wenige
Menschen vor Fluglärm geschützt. Ab dem 3. Juni drohen hier katastrophale
Zustände.
Das Warten auf lärmärmere Flugzeuge in vielleicht 20 Jahren
und das Gefummele an Landegebühren reichen ebenso wenig aus wie fünf oder sechs
Stunden Nachtschlaf, so der Präsident der Bundes- vereinigung gegen Fluglärm,
Helmut Breidenbach (Köln). Notwendig beim Kampf gegen Fluglärm sind schnelle
Erfolge, und die sind nur über weitere Betriebsbeschränkungen an den Flughäfen
zu erzielen.
Wir fordern für alle Flughäfen eine Deckelung des Fluglärms
und darauf aufbauend Lärmminderungskonzepte mit konkreten und messbaren
Lärmminderungszielen und geeignete Maßnahmen für deren Erreichen.
Wer für die Unternehmen Planungssicherheit einfordert, hat
auch die verflixte Schuldigkeit, die Lebensqualität der Menschen im Umland der
Flughäfen zu schützen. Passiver Schallschutz alleine reicht dazu nicht aus -
zeugt es doch auch von einem ärmlichen Menschenbild, wenn die Betroffenen ihre
natürliche Umgebung immer nur durch dicke Fensterscheiben oder aber belastet
durch schwer erträglichen Lärm erleben.
gez. Helmut Breidenbach
Präsident der BVF
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